Veganer Lebensstil

Lebensstil ist Ernährungsstil ist Kosmetikstil. Das Konsumverhalten hat sich verändert, VerbraucherInnen sind zunehmend besser informiert und kritischer. Sie vertrauen nicht mehr nur den pauschalen Schönheitsversprechen: Über ihre Geldbörse treffen sie auch ethische Entscheidungen. Trends wie Fitness, Körperbewusstsein und Gesundheit setzen sich in allen Ebenen der Gesellschaft weiter durch. Naturkosmetik und vegane Kosmetik werden als Ergänzung zu einem gesunden, nachhaltigen Lebensstil gesehen.

Veganer Lifestyle

Ein veganer Lebensstil hört nicht auf dem Teller auf, sondern setzt sich bis ins Badezimmer fort und beeinflusst die Wahl der Schönheitspflege. Eine Trendstudie des "naturkosmetik verlags" hat gezeigt: 82 Prozent von mehr als 600 Konsumenten von Bio-Lebensmitteln ist Naturkosmetik wichtig. 71 Prozent der Veganer setzen auch auf vegane Kosmetik. Bei den Allesessern sind es dagegen nur sieben Prozent. Gleichwohl hat sich vegane Naturkosmetik als Trend etabliert und spiegelt ein Bedürfnis nach Werten wie Natürlichkeit, Ethik und bewusstem Konsum wieder.

Ethische Kaufmotive

Das Credo bewusster Konsumenten: Mit dem Kauf meines Kosmetikproduktes mache ich einen Unterschied. Ich leiste einen Beitrag für Gerechtigkeit und Fairness, zeige Engagement für Umwelt und Tiere. Tierschutz ist ein hochemotionales Thema, daher sind Tierschutzzeichen wie Leaping Bunny oder PETA cruelty free für Kosmetikkunden von zunehmender Bedeutung.

Tierversuche und Tierschutz

IPETA - Cruelty free and vegannzwischen sind in Europa Tierversuche für alle Kosmetikprodukte generell verboten und es dürfen keine Produkte verkauft werden, die in Tierversuchen getestet wurden. Bei zertifizierter Naturkosmetik kann man auf verbindliche ethische Regeln vertrauen: Hersteller achten nicht nur auf hohe Standards für Rohstoffe wie Milch, Lanolin und Honig. Sie setzen zudem keine Zutaten ein, die nach dem 1. Januar 1998 an Tieren getestet wurden.

Außerhalb von Europa ist die Situation anders: Obwohl viele Staaten bereits an Richtlinien arbeiten, sind Tierversuche für Kosmetika in vielen Ländern der Welt leider noch immer Usus. Naturkosmetikhersteller, die nach China exportieren, müssen deshalb davon ausgehen, dass die Produkte dort vor Ort an Tieren getestet werden. Auf der PETA-Website www.kosmetik-ohne-tierversuche.de ist eine Liste der Firmen einsehbar, die schriftlich bestätigt haben, auch weltweit keinerlei Tierversuche zu beauftragen oder durchzuführen. Auch Vegan-Beauty-Bloggerin Daniela von Once Upon A Cream hat in Fleißarbeit eine Übersichtsliste zu engagierten, tierversuchsfreien Naturkosmetikunternehmen erstellt.

Beim Tierschutz geht es aber nicht nur um Tierversuche, sondern auch darum, wie die Inhaltsstoffe für Kosmetik gewonnen werden. Zertifizierungsverbände für Naturkosmetik setzen deshalb Kriterien für Tierschutz und engagieren sich auch beim Thema Tierhaltung. Die hohen Standards der Naturkosmetik-Siegel regeln die Verwendung von Inhaltsstoffen: Nur wenige tierische tierische Substanzen wie etwa Wollwachs (Lanolin), das aus Schafswolle gewonnen wird, oder Bienenwachs finden in zertifizierter Naturkosmetik Verwendung.

Vegane Naturkosmetik: was heißt das überhaupt?

PflanzenstoffeVegane Naturkosmetik geht aber noch einen Schritt weiter: Sie verzichtet vollständig auf tierische Inhaltsstoffe und enthält weder Substanzen vom toten noch vom lebenden Tier. Siegel wie die Veganblume der internationalen Vegan Society zertifizieren Produkte, die weder tierische Substanzen enthalten, noch an Tieren getestet wurden.

Hersteller von veganer Naturkosmetik setzen auf pflanzliche Alternativen und verwenden beispielsweise in Shampoos Mandelöl oder Sojaproteine anstelle von Keratin, das aus Federkielen oder Hufen gewonnen wird, oder in der Lippenpflege Carnaubawachs anstelle von Bienenwachs.

Woran erkennt man vegane Naturkosmetik?

Doch wie kann man prüfen, ob Kosmetikprodukte auch wirklich vegan sind? Hersteller sind verpflichtet, Inhaltsstoffe vollständig zu deklarieren: Auf der Verpackung werden sie nach ihrem Gewichtsanteil in absteigender Reihenfolge gelistet. Folgende INCI-Bezeichnungen sollten auf der Liste möglichst nicht auftauchen, wenn man ausschließlich vegane Kosmetik nutzen möchte:
  • Beeswax, Cera Alba und Cera Flava sind die INCI-Bezeichnungen für Bienenwachs.
  • Carmine und Cochenille bezeichnen den roten Farbstoff Karmin, der aus der Cochenille-Schildlaus gewonnen wird.
  • Chitin ist der Name für das Skelett von Krebstieren und Insekten.
  • Mel ist die Bezeichnung für Honig.
  • Shellac ist die harzartige Ausscheidung einer Lackschildlaus.
Vegane Kosmetik - Inhaltsstoffe

Die Tierschutzorganisation PETA informiert mit einer Liste zu häufig eingesetzten tierischen Rohstoffen und deren Namen.

Ist vegane Kosmetik stets auch Naturkosmetik?

Obwohl vegane Kosmetik frei von tierischen Inhaltsstoffen ist, sagt "vegan" leider nichts über die Qualität der pflanzlichen Inhaltsstoffe aus. Vielmehr kann vegane Kosmetik auch synthetische Substanzen enthalten, die für echte Naturkosmetik tabu sind. Wer sichergehen möchte, sollte sich deshalb für zertifizierte Naturkosmetik entscheiden, die zugleich vegan ist.

Vegan-Wegweiser bei TOBS

Zwei Drittel aller Naturkosmetikprodukte bei TOBS sind deshalb nicht nur organic, sondern darüber hinaus vegan. Im Münchener Beauty Store sind vegane Produkte gekennzeichnet, und auch im Online-Shop können Sie die Produkte ganz einfach nach veganer Naturkosmetik filtern. Schließlich ist der vegane Lifestyle mehr als nur ein Trend - er ist eine innere Haltung.

Autorin: Nina D. Jaksch
Fotos: Pexels, PETA