August 25, 2019

Schön gepflegte Nägel sind zwar für die meisten zu jeder Jahreszeit ein Muss, gerade im Sommer kommen diese aber erst so richtig gut zur Geltung. Da heißt es nämlich wieder einmal: Raus aus den Stiefeln - rein in die Sandalen, und auch so manch ein Sommeroutfit wird erst durch die bunt lackierten Fingernägel richtig komplettiert.

Aber wer kennt das nicht: Da hat man seine Nägel gerade erst frisch lackiert, und nur wenige Tage später, blättert der Lack auch schon wieder ab. Aus diesem Grund greifen viele immer häufiger zur Maniküre oder Pediküre mit Shellac. Eine Methode, die etwa zwei Wochen Haltbarkeit, Glanz und Kratzfestigkeit verspricht. Kein Wunder, dass Shellac so beliebt ist, denn wer hat schon Lust, sich im lang ersehnten Sommerurlaub ständig um seine Nägel kümmern zu müssen.

Was Shellac und herkömmliche Nagellacke eigentlich ausmacht, und weshalb ein Wechsel auf natürliche Nagellacke sinnvoll ist, klären wir mit euch im Folgenden.

 Nägel - Naturkosmetik

Schädliche Inhaltsstoffe in herkömmlichen Nagellacken

Nagellacke gibt es ja wirklich in unzähligen Farben und Variationen und so gut wie überall zu kaufen. Auch ich hatte bis vor wenigen Jahren noch eine Sammlung von gefühlt 50 verschiedenen Lacken bei mir zu Hause. Da ich meine natürlichen Nägel nie sonderlich schön fand, bin ich so gut wie nie mit unlackierten Nägeln aus dem Haus gegangen.

Das Problem: Der Nagellack hielt bei mir maximal zwei Tage, also habe ich etwa in diesem Rhythmus meine Nägel ablackiert und anschließend wieder neu lackiert. Dass das ganze Prozedere nicht wirklich gesund für meine Nägel ist, habe ich übrigens lange Zeit nicht einmal gewusst. Der Lack haftet ja nur an meinen Nägeln - Was kann daran schon schlimm sein? Dachte ich.

Um aber eine lange Haltbarkeit, einen schönen Glanz und das Vermeiden von Nagelsplittern zu ermöglichen, werden in Nagellacken gerne Inhaltsstoffe eingesetzt, die als gesundheitlich bedenklich oder zum Teil auch schädigend gelten. Und anders als von mir vermutet, können diese Substanzen über das Nagelbett und durch das Einatmen in unseren Körper eindringen. Welche das sind, bekommt ihr hier noch mal kurz zusammengefasst: 

Formaldehyd: Dabei handelt es sich um ein Lösungsmittel, das eingesetzt wird, um Nagelsplittern zu vermeiden und die Nägel zu härten. Der Wirkstoff steht in Verdacht, krebserregend sein und Allergien auslösen zu können.

Phthalate: Sind Weichmacher, auf den Hormonhaushalt und die Fortpflanzungsfähigkeit wirken können. Dibutylphtalat (DBP) ist laut EU-Kosmetikverordnung mittlerweile jedoch generell in Kosmetika verboten - einschließlich Nagellacke.

Toluol: Ein Lösungsmittel, das in Rohöl und im Tolubaum enthalten ist.  

Kampfer: Ein Weichmacher, der aus dem Kampferbaum gewonnen wird, als Inhaltsstoff für Nagellacke jedoch überwiegend synthetisch hergestellt wird. In großen Mengen soll dieser zu Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen führen.

Formaldehyd-Harz: Ein Kunststoff, der mit Hilfe von Formaldehyd hergestellt wird und für eine bessere Haftung des Lackes sowie Glanz und Härte sorgt. 

Parabene: Diese Inhaltsstoffe wirken in Kosmetika als Konservierungsmittel. 

Duftstoffe:Werden in Nagellacken verwendet, um den Geruch angenehmer zu machen bzw. den typischen Eigengeruch zu verdecken. Duftstoffe in Kosmetika stehen in Verdacht, Reizungen, Allergien, Krebs- und Fortpflanzungsstörungen auslösen zu können. 

Xylene: Lösungsmittel, die den Nagellack verdünnen und für den typischen Nagellack-Geruch verantwortlich sind. Xylol ist als Allergen bekannt, das Reizungen, Kopfschmerzen und Schwindel verursachen kann. 

Shellac - Die bessere Alternative?

Shellac ist eine harzige Substanz, die aus den Ausscheidungen der Lackschildlaus gewonnen wird. Da es sich dabei um ein natürliches, tierisches Produkt handelt, das Kunstharze ersetzen kann, wird Shellac auch gerne in der Bio-und Naturkosmetik verwendet. Seine härtenden und wasserabweisenden Eigenschaften kommen mit unter in Mascaras, Haarlacken und Haargelen zum Einsatz. Solltest du einen veganen Lebensstil verfolgen, musst du daher auch bei Naturkosmetikprodukten aufpassen, dass es sich dabei um ein veganes Produkt handelt, bei dem kein Shellac verwendet wurde.

Bei der Maniküre mit Shellac wird der Lack in drei Schichten aufgetragen. Der Basecoat, die Farbschicht und der abschließende Topcoat. Die einzelnen Schichten werden nach dem Auftrag jeweils unter einer UV-Lampe gehärtet und versiegelt.Die Vorteile gegenüber herkömmlichem Nagellacken liegen klar auf der Hand: Besonders die lange Haltbarkeit spricht für diese Methode. Im Gegensatz zur klassischen Pulver- oder Gelmaniküre punktet Shellac neben einem natürlicheren Look übrigens damit, dass die Nägel vor Auftragen des Lackes nicht erst aufgeraut werden müssen. Selbstverständlich ist das viel schonender für unsere Nägel.

Dennoch: Zur Entfernung des Lackes werden spezielle, aggressive Nagellackentferner mit Aceton oder anderen Lösungsmitteln verwendet, die die Nägel auf Dauer stark austrocknen. Auch das Trocknen unter der UV-Lampe, besonders bei günstigeren Lampen mit UV-B Licht, kann zu vorzeitiger Hautalterung und einer Schwächung der Nägel führen.

Zwar gelten die Inhaltsstoffe des Shellacs als unbedenklich, jedoch erhalten die Nägel unter der Lackschicht nur sehr wenig Luft zum "atmen". So kann es dazu kommen, dass sie sich verfärben oder schnell brüchig werden. Zudem kann der Nagel anfällig für Nagel- und Pilzinfektionen werden. Wer sich dennoch für diese Methode entscheidet, sollte seinen Nägeln zwischen den Sitzungen unbedingt etwas Pause zur Regeneration gönnen.  Am besten erkundigt man sich auch im Salon, ob LED-Lampen an Stelle von UV-Lampen genutzt werden, diese sind nämlich weitaus unschädlicher für Haut und Nägel.

Nagellack aus der Naturkosmetik

Wenn also herkömmliche Nagellacke und Schellac an verschiedenen Stellen ihre Tücken haben, und man aber dennoch seine Nägel gerne lackiert - was dann? Immerhin: Mittlerweile verzichten die meisten Hersteller auf die drei potentiell gefährlichsten Inhaltsstoffe Formaldehyd, Phthalate und Tuluol. Naturkosmetik dagegen geht noch einen Schritt weiter und verzichtet auf viele weitere potenziell schädliche Substanzen.

Nägel - Pusteblume - Naturkosmetik

Das Ergebnis sind sogenannte Free-Nagellacke. "Free" bedeutet frei von. Dabei gibt es verschiedene Abstufungen, die von 3-free bis hin zu 12-free reichen. Je höher die Ziffer, desto weniger gesundheitsschädliche Substanzen stecken in deinem Lack.

3-free: Diese Lacke verzichten in der Regel auf Formaldehyde, Phthalate und Toluol.

5-free: Nicht enthalten sind zudem Kampfer sowie Formaldehyd-Harz. 

7-free: Hierbei wird zusätzlich auf tierische Bestandteile sowie Tierversuche verzichtet.

10-free: Auch Parabene, Duftstoffe und Xylene kommen bei diesen Lacken nicht zum Einsatz.

Die Nagellacke von Nailberry haben das übrigens getoppt und sind sogar 12-free. Zusätzlich sind sie nämlich auch noch Alkohol- und glutenfrei. Da sie außerdem auch noch wasser- und luftdurchlässig sind, sind sie dazu sogar noch halal. In diesem Beitrag hat TOBS-Bloggerin Miriam ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit den Lacken von Nailberry geteilt.

7 Schritte zu natürlich schönen Nägeln

Falls du nun über einen Wechsel zu natürlicher Nagelpflege nachdenkst, haben wir für dich eine Anleitung zu schön gepflegten Nägeln mit Naturkosmetik - für eine Maniküre wie frisch aus dem Salon, versprochen!

1. Die richtige Vorbereitung

Im ersten Schritt geht es daran, deine Nägel mit Hilfe eines Nagellackentferners  gründlich von Lackresten, Schmutz und Öl zu befreien und somit optimal auf die nachfolgenden Schritte vorzubereiten. Am besten eignet sich dafür ein Nagellackentferner ohne Azeton. Dieser trocknet nämlich die Nägel ziemlich stark aus.

Unser Tipp: Der Natural Nail Polish Removervon Fresh Therapies. Der schonende Nagellacklackentferner ist nicht nur azeton- und alkoholfrei, sondern trägt dank seiner natürlichen Inhaltsstoffe auch noch dazu bei, dass deine Nägel mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt werden. 

Fresh Therapies - Natural Nail Polish Remover - Naturkosmetik

2. Die richtige Form

Sobald die Nägel trocken sind, geht es auch schon an die Nagelform - und damit ans Feilen der Nägel. Ob rund, oval oder gerade, ist ganz dir überlassen. Wer sich unsicher ist, orientiert sich am besten an der Form des eigenen Nagelbettes. Um Risse und Nagelbruch zu vermeiden, solltest du aber unbedingt darauf achten, dass du deine Nägel stets in eine Richtung feilst. Am schonendsten sind übrigens feine Sandblatt- oder Glasfeilen.  

3. Auszeit für die Nägel

Peeling hier, Peeling da. Während wir unserem Gesicht öfter mal etwas Gutes tun, vergessen die meisten, dass auch unsere Hände von einem Peeling profitieren: Es kann helfen, abgestorbene Hautzellen zu entfernen und sie wieder richtig schön weich zu pflegen. Nach dem Peeling solltest den den Händen eine kurze Auszeit von etwa fünf Minuten in einem Wasserbad gönnen. Achte aber darauf, dass das Wasser nicht allzu heiß ist  - ein warmes Handbad genügt vollkommen. Nun ist die Nagelhaut gut aufgeweicht und kann mit einem Holzstäbchenen sanft zurückgeschoben werden.


Maniküre - Naturkosmetik

4. Die Basis

Gleich haben wir es geschafft - versprochen! Bevor es aber ans Lackieren geht, noch ein allerletzter Schritt: Um die Nägel zu schützen, das Absplittern des Lackes zu vermeiden und den Lack länger haltbar zu machen, wird vorab noch ein Basislack aufgetragen. Dafür empfehlen wir den Strengten & Breathe Oxy Base Coat. Dieser glättet zudem Unebenheiten, wodurch der Farblack ebenmäßiger und schöner erscheint. Sag Hallo zu widerstandsfähigeren und gesünder nachwachsenden Nägeln!

Nailberry - Strengthen & Breath Oxy Base Coat - Naturkosmetik

5. Lackieren

Nun geht es ans Wesentliche. Such dir deinen gewünschten Farblack aus und lackiere die Nägel zunächst in einer dünnen Schicht damit. Damit der Lack nicht gleich wieder abblättert, und je nach gewünschter Deckkraft, darf sobald die erste Schicht trocken ist, mit einer zweiten nachgelegt werden. 

Für alle Ungeduldigen unter euch, haben wir den Fast Dry Gloss, die perfekte Lösung, um langes Warten zu vermeiden: In nur 40 Sekunden ist der Lack getrocknet. Um ganz sicher zu gehen und unschöne Patzer zu vermeiden, sollte man dennoch sicherheitshalber noch ein paar Minuten dranhängen.

Nailberry - Fast Dry Gloss - Naturkosmetik

6. Makelloses Finish

Für eine noch längere Haltbarkeit und eine langanhaltende Farbtiefe kommt als letzte Schicht der Shine & Breath Top Coat von Nailberry auf die manikürten Fingernägel. Dieser Überlack sorgt für einen langen Glanz und langen Halt. Da der Top Coat zudem über einen UV-Filter verfügt, hilft er dabei, den Lack vor dem Ausbleichen zu schützen. 

Nailberry - Shine & Breath TopCoat - Naturkosmetik

7. Der letzte Schliff für natürlich schöne Nägel

Für den allerletzten Feinschliff am Besten noch ein paar wenige Tropfen des Little Treasure Cuticle Oil auf die Nägel und die Nagelhaut geben und sanft einmassieren. Dieses wunderbare Öl, aus Mandelöl und den Vitaminen A, E und F hilft spröden, brüchigen und trockenen Nägeln, indem es sie stärkt, Feuchtigkeit spendet und vor Nagelbruch schützt. Gerade wer seine Nägel häufig lackiert, sollte sie mit Hilfe von Ölen oder Cremes vor dem Austrocknen schützen.

Nailberry - Little Treasure Cuticle Oil - Naturkosmetik  

 

 

Autorin: Lisa Schmidt

Lisa SchmidtIhre Leidenschaft für Beauty- und Lifestyle Themen sowie ihr Marketing-Background führten Lisa zu TOBS. Während ihres Studiums fing sie an, ihr eigenes Konsumverhalten zu überdenken und sich die Frage zu stellen, was da eigentlich tagtäglich mit ihrer Haut in Berührung kommt. In ihren Blogbeiträgen zu vermitteln, dass ein nachhaltiger Lebensstil sowie der Umstieg auf Naturkosmetik nicht zwingend mit Verzicht oder Abstrichen zu tun haben muss, liegt ihr ganz besonders am Herzen. 

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